Keine Indianer, sondern „Native Americans“

 

Alle waren ganz neugierig, denn jeder von uns hatte ja das Bild eines typischen Indianers im Kopf. Anfänglich machte sich aber ein klein wenig Enttäuschung breit, denn die drei Indianer, eine Frau und zwei Männer, entsprachen so gar nicht unseren Vorstellungen. Sie trugen ganz normale Alltagskleidung, Jeans und Pullover, eben wie wir auch. Auffällig war nur, dass die beiden Männer sehr lange Haare trugen und einer von beiden hatte auch eine kleine Feder im Haar.

 

Das war das Einzige, was unserem Bild vom Indianer entsprach. Dann mussten wir uns von einer zweiten Angewohnheit verabschieden. Wir lernten, dass es sich bei unsren Gästen nicht um Indianer handelt, sondern korrekterweise um „Native Americans“, also um amerikanische Ureinwohner. Die drei „Native Americans“ stammten aus drei unterschiedlichen Regionen der USA. Kathy gehört zum Stamm der Missouri, welcher in der gleichnamigen Region, dem Bundesstaat Missouri lebt. Der Jüngere der beiden Männer gehört zum Stamm der Seminola aus Florida. Der Stamm der Seminola ist besonders bekannt, denn dieser Stamm ist sehr wohlhabend. Ihnen gehören unter anderem die Hard Rock Cafes. Der Ältere stammt aus der Region der Großen Seen. Alle drei „Native Americans“ berichteten uns über ihre Traditionen, ihre Geschichte und ihr Leben. Besonders bewegend war die Darstellung, wie die Amerikaner mit ihren Ureinwohnern umgegangen sind.

 

Gedemütigt, verfolgt und unterdrückt lebten die „Native Americans“ viele Jahrhunderte mussten sich ihre Rechte mühsam erkämpfen. Doch selbst heute gibt es noch merkwürdige Gesetze in den USA, die die Rechte der „Native Americans“ beschneiden. So dürfen sie z.B. nicht selbständig ihre Geldgeschäfte erledigen. Insgesamt war es eine wirklich spannende und lehrreiche Abwechslung im Schulalltag. Am Ende räumte Kathy endgültig noch mit unseren „Indianerbildern“ auf und erklärte uns, dass sie in ganz normalen Häusern wohnten und ganz normal ihrer alltäglichen Arbeit nachgingen. Doch sie betonte dabei auch, wie wichtig der Glaube und die Tradition für die „Native Americans“ auch im Alltag ist. Das abschließende Highlight bildete ein typischer Tanz der Seminola.